Nachdem schon Herzberg dieses Jahr ausfallen musste, wollten wir uns Finkenbach auf
keinen Fall entgehen lassen, immerhin ist es ja in unmittelbarer Nachbarschaft.
Das neue Gelände ist wesentlich besser als das alte, das ja bekanntlich direkt in
der Stadt gelegen war. Wer jetzt nach Finkenbach will, muss schon vor dem Ort seinen
Eintritt zahlen. Somit ist gewährleistet das auch nur die Leute dort sind die Musik
hören wollen und keine „Normalos" die nur mal nach den „Freaks" gucken möchten. Geschissen
auf die Wixer. Nachdem wir also letztes Jahr zwangsläufig Finkenbach ausfallen ließen,
waren wir nun das erste mal auf dem Gelände. Natürlich stellten wir unser Zelt prompt
zu den Händlern woraufhin wir höflich drauf aufmerksam gemacht wurden, doch den großen
Zeltplatz zu nutzen. Also, Zelt wieder abbauen (bei meinem „Zelt für Faule" eine
2-Minuten-Sache) fanden wir dann einen schönen Platz, mitten drin im Geschehen.
Der Platz vor der Bühne ist ein sehr schöner Rasenplatz, man kann sich überall hinwerfen
und es sich gemütlich machen, was zu „bestimmten Zeiten" sehr angenehm sein kann.
Gegen ca. 20. Uhr gings dann los. Götz Widmann, bekannt von dem Duo „Joint Venture"
spielte als erstes auf. Mehr als eine Bierzeltbank und seine Gitarre braucht der
Mann nicht um ordentlich loszulegen, zeitweise dachte ich, die Bierzeltbank hält
sein rumgehüpfe nicht aus... Er bedankte sich für die Schweigeminute die Finkenbach
auf dem Festival 2000 für seinen verstorbenen Freund und Mitsinger eingelegt hatten.
Mit dem Song „Politiker..." begann dann das Wort-Gemetzel. GW verstand es sofort,
die Leute in den Bann seiner Texte zu versetzen. Man lachte nicht nur über die Texte,
sondern auch über die Wahrheiten, die darin standen. Aus dem Leben eben. Und wer
sich die Songs mal durchlesen will, der geht einfach auf die Seite von Goetz Widmann
(www.goetz-widmann.de) und kann sich da die bittere Wahrheit über unser abgefucktes
Land reinziehen. All das, was wir schon immer wussten, uns aber nie zu sagen trauten,
z.B. das es im Deutschen Wortschatz keinen anständigen Namen für „Penis" gibt oder
wie sich Angie Merkel beim Geschlechtsverkehr anhört.Und immer dran denken: wenn
ihr mies drauf seid, stellt euch einfach Politiker beim Ficken vor!
Danach legte „Mama Guitar" los. Eine Japanische Band, aus Tokio, bestehend aus 3
Mädels, die dann auch mit astreinem Rock'n Roll die Leute zum tanzen brachten.
Auf der Finkenbach-Homepage erst noch recht umstritten, starteten dann die Rodgau
Monotones (zur Homepage der Rodgaus) zu ihrer Show. Mit dem typischen RM-Humor hatten
Sie die Finkenbacher aber sofort in ihrem Bann. Mindestens 1 Stunde rockte es dann
im RM-Sound die ganze Song-Palette hoch und runter und die Leute waren begeistert
ohne Ende.
Danach kam dann das eigentliche Highlight des Abends, nämlich der Guru-Guru-Auftritt.
Manni Neumeier und seine Mannen, Roland Schäfer, Uli Trepte sowie Luigi Archetti,
spielten sich die Seele aus dem Leib. Die Menge tobte und die geile Lasershow gab
uns den Rest. Eine Trommel voll Rauch, mit einem Loch vorne drin gab dann noch einen
speziellen Effekt: durch Schlagen auf die Rückseite formte das Loch einen Rauchring,
der sich ständig vergrößerte und über die Köpfe des Publikums hinwegzog, durchsetzt
von schillernden Farben dur die Scheinwerfer und den Laser. Ein fantastisches Feuerwerk
fürs Auge, Manni lässt sich halt immer was einfallen.... Zum 35-jährigen-Guru-Guru-Jubiläum
gabs dann noch ne Überraschung: Manni hatte einen Ur-Guru eingeladen: Hans spielte
die Slide-Guitar wie der Teufel und wie in alten Zeiten. Wieder mal ein rundum gelungener
Gig der deutschen Kult-Band!
Danach spielte noch eine meiner absoluten Lieblings-Live-Bands auf: MAN! Während
„The Ride and the View", dem ersten Song, genehmigt ich mir einen Rauch, tja, und
der hatte mich dann für den Rest des Konzertes umgehauen. Die Musik bekam ich zwar
noch voll mit, aber eben auf dem Rücken liegend und mit starrem Blick in den klaren,
nachtschwarzen Himmel gerichtet. Um nochmal die Rodgaus zu zitieren: „Volle Lotte
wieder mal...".
Kurz vor Ende des Man-Auftritts konnte ich mich dann auch wieder bewegen und nachdem
ich meine „Munchies" gestillt hatte trottete ich dann, ziemlich kaputt, wieder zum
Zelt zurück. Anita hatte mich zwar vor der Bühne gesucht, aber da hätte Sie es weiter
hinten bei den Leichen versuchen sollen... hähä...
Der Samstag begann dann auch etwas langsam, mit sonnen, Buch lesen und probieren
ob der Wein schon wieder schmeckt. Gegen 18.00 Uhr gings dann, wie versprochen auch
schon los. Eigentlich sollte Ras Abraham spielen, doch der Mann aus Afrika hatte
sich im Odenwald verfahren. Also fing die Band schon mal ohne ihren Sänger an.. Während
des Konzertes kamen die beiden dann doch noch glücklich an und sprangen auch gleich
auf die Bühne und feuerten los. Keine 2 Minuten später war dann die Menge am tanzen
und konnte auch von der Zugabe nicht genug kriegen.
Nachwort:
Auch dieses Jahr waren wieder die Bullen am Werk. 20-30 Grüne standen sich am Neckar
die Füsse platt und geilten sich an jedem angehaltenen Fahrzeug auf. Leute, wenn
ihr es so nötig habt, dann geht doch in einen Puff. Während die Bullen am Neckar
die schöne Gegend besichtigten herrschte im restlichen Odenwald mal wieder Narrenfreiheit:
Verrückte Autofahrer die mit hundert Sachen durch die Dörfer heizen ohne Rücksicht
auf unsere Kinder, Besoffene Spiessbürger, die tagtäglich, Woche für Woche und Jahr
für Jahr die Strassen unsicher machen und Unfälle provozieren. Drogendealer, die
vor den Odenwälder Discos unseren minderjährigen Kindern Heroin und Crack und was-weiss-ich-nicht-alles
andrehen, wo sich kein Bulle blicken lässt. In den Discos werden die Teens zum legalen
Besäufnis verleitet, um hinterher dann besoffen mit dem neuen, ersten Auto in den
Tod zu rasen. Da sagt keiner was. Wenn aber auf dem friedlichen Finkenbach-Festival
einer einen Joint geraucht hat, ist er gleich Staatsfeind Nummer eins. Sogar der
Neckar wurde von den Wasserbullen überwacht. Nächstes Jahr wohl auch der Fluchtweg
nach oben, denn dieses Jahr war ein Ballon da, der könnte ja Kiffer aus der Gefahrenzone
rausholen...
Solange solch schiefen Verhältnisse in Fuckin'-Germany herrschen, werden die Spiessbürger
immer die lachenden dritten sein. Armes Deutschland.
Wir werden auch nächstes Jahr wieder auf Finkenbach sein und die 2 Tage unter normalen
Menschen geniessen.