Partys

OpenAir Finkenbach-Festival 2003

(25.-27. Juli)

Nachdem schon Herzberg dieses Jahr ausfallen musste, wollten wir uns Finkenbach auf keinen Fall entgehen lassen, immerhin ist es ja in unmittelbarer Nachbarschaft.

 

Das neue Gelände ist wesentlich besser als das alte, das ja bekanntlich direkt in der Stadt gelegen war. Wer jetzt nach Finkenbach will, muss schon vor dem Ort seinen Eintritt zahlen. Somit ist gewährleistet das auch nur die Leute dort sind die Musik hören wollen und keine „Normalos" die nur mal nach den „Freaks" gucken möchten. Geschissen auf die Wixer. Nachdem wir also letztes Jahr zwangsläufig Finkenbach ausfallen ließen, waren wir nun das erste mal auf dem Gelände. Natürlich stellten wir unser Zelt prompt zu den Händlern woraufhin wir höflich drauf aufmerksam gemacht wurden, doch den großen Zeltplatz zu nutzen. Also, Zelt wieder abbauen (bei meinem „Zelt für Faule" eine 2-Minuten-Sache) fanden wir dann einen schönen Platz, mitten drin im Geschehen.

 

Der Platz vor der Bühne ist ein sehr schöner Rasenplatz, man kann sich überall hinwerfen und es sich gemütlich machen, was zu „bestimmten Zeiten" sehr angenehm sein kann.

 

Gegen ca. 20. Uhr gings dann los. Götz Widmann, bekannt von dem Duo „Joint Venture" spielte als erstes auf. Mehr als eine Bierzeltbank und seine Gitarre braucht der Mann nicht um ordentlich loszulegen, zeitweise dachte ich, die Bierzeltbank hält sein rumgehüpfe nicht aus... Er bedankte sich für die Schweigeminute die Finkenbach auf dem Festival 2000 für seinen verstorbenen Freund und Mitsinger eingelegt hatten. Mit dem Song „Politiker..." begann dann das Wort-Gemetzel. GW verstand es sofort, die Leute in den Bann seiner Texte zu versetzen. Man lachte nicht nur über die Texte, sondern auch über die Wahrheiten, die darin standen. Aus dem Leben eben. Und wer sich die Songs mal durchlesen will, der geht einfach auf die Seite von Goetz Widmann (www.goetz-widmann.de) und kann sich da die bittere Wahrheit über unser abgefucktes Land reinziehen. All das, was wir schon immer wussten, uns aber nie zu sagen trauten, z.B. das es im Deutschen Wortschatz keinen anständigen Namen für „Penis" gibt oder wie sich Angie Merkel beim Geschlechtsverkehr anhört.Und immer dran denken: wenn ihr mies drauf seid, stellt euch einfach Politiker beim Ficken vor!

 

Danach legte „Mama Guitar" los. Eine Japanische Band, aus Tokio, bestehend aus 3 Mädels, die dann auch mit astreinem Rock'n Roll die Leute zum tanzen brachten.

 

Auf der Finkenbach-Homepage erst noch recht umstritten, starteten dann die Rodgau Monotones (zur Homepage der Rodgaus) zu ihrer Show. Mit dem typischen RM-Humor hatten Sie die Finkenbacher aber sofort in ihrem Bann. Mindestens 1 Stunde rockte es dann im RM-Sound die ganze Song-Palette hoch und runter und die Leute waren begeistert ohne Ende.

 

Danach kam dann das eigentliche Highlight des Abends, nämlich der Guru-Guru-Auftritt. Manni Neumeier und seine Mannen, Roland Schäfer, Uli Trepte sowie Luigi Archetti, spielten sich die Seele aus dem Leib. Die Menge tobte und die geile Lasershow gab uns den Rest. Eine Trommel voll Rauch, mit einem Loch vorne drin gab dann noch einen speziellen Effekt: durch Schlagen auf die Rückseite formte das Loch einen Rauchring, der sich ständig vergrößerte und über die Köpfe des Publikums hinwegzog, durchsetzt von schillernden Farben dur die Scheinwerfer und den Laser. Ein fantastisches Feuerwerk fürs Auge, Manni lässt sich halt immer was einfallen.... Zum 35-jährigen-Guru-Guru-Jubiläum gabs dann noch ne Überraschung: Manni hatte einen Ur-Guru eingeladen: Hans spielte die Slide-Guitar wie der Teufel und wie in alten Zeiten. Wieder mal ein rundum gelungener Gig der deutschen Kult-Band!

 

Danach spielte noch eine meiner absoluten Lieblings-Live-Bands auf: MAN! Während „The Ride and the View", dem ersten Song, genehmigt ich mir einen Rauch, tja, und der hatte mich dann für den Rest des Konzertes umgehauen. Die Musik bekam ich zwar noch voll mit, aber eben auf dem Rücken liegend und mit starrem Blick in den klaren, nachtschwarzen Himmel gerichtet. Um nochmal die Rodgaus zu zitieren: „Volle Lotte wieder mal...".

 

Kurz vor Ende des Man-Auftritts konnte ich mich dann auch wieder bewegen und nachdem ich meine „Munchies" gestillt hatte trottete ich dann, ziemlich kaputt, wieder zum Zelt zurück. Anita hatte mich zwar vor der Bühne gesucht, aber da hätte Sie es weiter hinten bei den Leichen versuchen sollen... hähä...

Der Samstag begann dann auch etwas langsam, mit sonnen, Buch lesen und probieren ob der Wein schon wieder schmeckt. Gegen 18.00 Uhr gings dann, wie versprochen auch schon los. Eigentlich sollte Ras Abraham spielen, doch der Mann aus Afrika hatte sich im Odenwald verfahren. Also fing die Band schon mal ohne ihren Sänger an.. Während des Konzertes kamen die beiden dann doch noch glücklich an und sprangen auch gleich auf die Bühne und feuerten los. Keine 2 Minuten später war dann die Menge am tanzen und konnte auch von der Zugabe nicht genug kriegen.

 

Nachwort:

Auch dieses Jahr waren wieder die Bullen am Werk. 20-30 Grüne standen sich am Neckar die Füsse platt und geilten sich an jedem angehaltenen Fahrzeug auf. Leute, wenn ihr es so nötig habt, dann geht doch in einen Puff. Während die Bullen am Neckar die schöne Gegend besichtigten herrschte im restlichen Odenwald mal wieder Narrenfreiheit: Verrückte Autofahrer die mit hundert Sachen durch die Dörfer heizen ohne Rücksicht auf unsere Kinder, Besoffene Spiessbürger, die tagtäglich, Woche für Woche und Jahr für Jahr die Strassen unsicher machen und Unfälle provozieren. Drogendealer, die vor den Odenwälder Discos unseren minderjährigen Kindern Heroin und Crack und was-weiss-ich-nicht-alles andrehen, wo sich kein Bulle blicken lässt. In den Discos werden die Teens zum legalen Besäufnis verleitet, um hinterher dann besoffen mit dem neuen, ersten Auto in den Tod zu rasen. Da sagt keiner was. Wenn aber auf dem friedlichen Finkenbach-Festival einer einen Joint geraucht hat, ist er gleich Staatsfeind Nummer eins. Sogar der Neckar wurde von den Wasserbullen überwacht. Nächstes Jahr wohl auch der Fluchtweg nach oben, denn dieses Jahr war ein Ballon da, der könnte ja Kiffer aus der Gefahrenzone rausholen...

Solange solch schiefen Verhältnisse in Fuckin'-Germany herrschen, werden die Spiessbürger immer die lachenden dritten sein. Armes Deutschland.

Wir werden auch nächstes Jahr wieder auf Finkenbach sein und die 2 Tage unter normalen Menschen geniessen.

Die Rodgau Monotenes in Action
Fette Psychedelic-Show wieder mal bei Guru Guru
MAN räumten wie immer mit unendlich langen Slide-Guitar-Riffs ab.