Meine Bikes

Hier möchte ich mal ein bisschen was über die Bikes erzählen, die ich so bis heute gefahren habe

Mein erstes Bike war ne Honda CX 500 C, (lach), naja, die hatte ich 1980 gekauft und entsprechend umgebaut, was man halt so gemacht hat und damals Mode war: hoher, gedrehter Z-Lenker, Rückspiegel in Eiserner-Kreuz-Form, andere Sitzbank mit integrierter Sissy-Bar und noch ein paar Kleinigkeiten... Bis mich in Frankfurt die Bullen an ner Kreuzung gefilzt hatten, da musste ich alles wieder in o-Zustand versetzen (kennt man ja das Spielchen) und dann bei der Bullerei in meiner Nähe vorbeifahren und prüfen lassen, das ja auch alles brav gemacht wurde. Kurz drauf wurde mir die Kiste geklaut, im O-Zustand natürlich, was ein Idiot. Und so wie auf dem Bild rechts, fand man Sie dann wieder...

Mein zweites Bike war dann eine AME-H7, die, als ich Sie kaufte, so aussah wie auf den Bildern rechts.

Das Bike war gechoppt von der Firma AME, die auf dem Gebiet damals so ziemlich führend war, und die Bezeichnung "AME-H7" war so auch in den Papieren eingetragen. Die Basis war aber eine Honda 750, der alte breite gusseiserne Motor noch, Baujahr 1969 oder 70.

Natürlich hatte mir das so nicht gefallen, es musste noch verschönert werden. Das Tankbild war nur aufgeklebt und überlackiert, der Lenker hatte mir nicht gefallen und die Auspuffanlage war noch Original.

Als erstes der Tank: ich kauft mir einen Tank bei AME. Ich kannte einen Lackierer, mit dem ich auf die Schule gegangen war, der bekam von mir eine Skizze für die Tanklackierung, da hatte ich schon seit Jahren konkrete Vorstellungen gehabt: Die Südstattenflagge im Wind, im Hintergrund die aufgehende Sonne, ein Chopper als Shilouette davor und das Biker-Grab. Linke Seite das 1%-Patch, rechte Seite die 13.

 

Den Tank hab ich heute noch, der hat mittlerweile einen Ehrenplatz auf meinem Wohnzimmerschrank.

Ausserdem musste noch ein hoher Lenker drauf, ne vorverlegte Fussrastenanlage (vorher waren da nur Highwaybars dran) und natürlich ne 4-4 Auspuffanlage, 45 Grad hochgezogen. Das fertige Bike nach dem Umbau seht ihr unten. Aufgenommen auf dem alten Aloners-Grundstück.

Nach der AME war ich auf Guzzi fixiert. Meine nächste Liebe war dann eine Moto Guzzi V1000 California II. Den Tank hatte ich umlackiert, selber natürlich, was dann auch entsprechend aussah... schwarz mit einer Südstaatenflagge drauf, natürlich. Davon gibts keine Bilder, was ein Glück...

Die Cali bin ich auch nur 1 Jahr gefahren, danach stieg ich um auf das, was ich eigentlich immer fahren wollte, nämlich Harley Davidson.

Meine erste Harley war, wie bei den anderen eigentlich auch, Liebe auf den ersten Blick. Auch wenn einige Leute unkten "Ne Sporty iss doch nur ne halbe Harley", was ich auch heute noch für totalen Schwachsinn halte, so war diese doch was besonderes. Nicht nur vom äusseren Erscheinungsbild her: Sie war extrem flach: der alte 72er Kick-Sporty-Rahmen, der, leider, nur kurzzeitig gebaut wurde. Das Bike hatte den absolut geilen, fetten Sound (Logisch, mit leeren Töpfen...).

Unten seht ihr Sie wie ich Sie kaufte, damals noch mit nem flachen Lenker, den ich später dann gegen nen Apehanger tauschte und den dann auch noch mit Risers höher setzte, nach dem Motto: "Nie mehr Achselschweiß". Was übrigens auch stimmte.

Hier war dann schon der Ape drauf, und die Freunde immer zu einem Spässchen aufgelegt...

 

Nach der Sporty gabs dann noch ne Harley. das war auch wieder die berühmte Liebe auf den ersten Blick. Eigentlich sollte es eine andere werden, ne Flathead Baujahr 1936, die schnappte mir allerdings meine liebe Susi weg, die dieses Bike heute noch fährt (schraubt) (www.fladdy36.de).

Also gab es "Die Weisse", die mich von Anfang an genauso faszinierte. Hätte Susi mir die Qual der Wahl nicht abgenommen, stünde ich heute noch davor und überlegte welche der beiden ich wohl nehmen sollte ;-).

"Die Weisse" war eine Early Shovel (oder auch "Late Pan" genannt) im abgespeckten E-Glide-Style. Fotos gibts da kaum. Jedenfalls die schlechten Bilder unten hab ich vom Fernseher mit der Digitalkamera abgeknippst, weil es da Fahrten gab, die ich mit meiner Videokamera gefilmt habe.

Die Bilder stammen übrigens von nem Harley-Treffen in Fulda, von meiner mittlerweile weltberühmten Kickaktion, diejenigen, die dabei waren kennen es ja zur genüge....

Die Kiste war echt geil, mit nem oberfetten Sound und, natürlich, viel Schrauberei. Dafür wurde ich aber auch mit fantastischen Touren belohnt, an die ich immer wieder gerne zurückdenke, so z.B. mit der Second Family Neu-Isenburg unsere "Härtesten-Tour" bei strömenden Regen in die Schweiz zu den "Road Hawks",nach durchzechter Nacht mit denen weiter im strömenden Regen auf ein Harley-Treffen in Frankreich, wiederum nach durchzechter Nacht im strömenden Regen zurück zu den "Road Hawks", und von da aus, man kann es sich schon denken, nach durchzechter Nacht wieder zurück nach Frankfurt - logischerweise auch wieder im strömenden Regen.

Oder die Tour zur Harley-Davidson Super-Rally in Dänemark, was für meine "Weisse" dann auch die letzte größere Tour war. "Die Weisse" hatte ich bis dahin dann auch 5-6 Jahre lang gefahren.

Danach verkaufte ich Sie weil ich des ständigen Schraubens müde war und mich ausserdem die ganze neue EVO-Scene mittlerweile ankotzte. Die Möchte-Gerne-Harley-Biker, diejenigen, die meinten weil Sie nen dicken Benz in der Garage stehen haben gehörte da natürlich auch ne dicke Harley für 35000 Mark hin. Diejenigen, die Doktoren und Rechtsanwälte, die 1x im Jahr die frischgebügelte Kutte aus dem Schrank nehmen, auf die Super-Rally fahren und sich nachts um 1 Uhr beschweren, das man zu laut ist, weil die Herren schlafen wollen. (Alles schon erlebt...) Die Pisser hatten mich irgendwann so angewichst, das ich der Harley-Scene dann den Rücken kehrte und es auch keinen richtigen Spass mehr machte auf HD-Treffen zu fahren. Gerade in Neu-Isenburg war das der Fall, wo man zum Isenburger HD-Club kam, zur Saison-Beginn-Party und dann "Elvis Pressluft" und anderer 50er-Jahre Schwachsinn lief. Mit solchen Schwachmaten wollte ich nix mehr am Hut haben.

Nach dem Tod meines Bruders Ronnie fuhr ich auch ca. 1 jahr lang seine Panhead, Baujahr 1948. Die Pan wurde später von einem anderen „Aloner“ gekauft und sie ist heute noch in seinem Besitz. Sie fährt also immer noch unter dem selben Colour.

Heute allerdings ist sie umgebaut und umlackiert.

Tja, und seitdem fahre ich meine Guzzi, seit ca. 1994, bin damit glücklich und zufrieden. Sie hat mich bis heute noch nie im Stich gelassen und ich werde ihr auch weiterhin die Treue halten, genau wie meiner Frau, in die ich mich ungefähr zu selben Zeit verliebte.

Was es mit meiner Guzzi auf sich hat, brauch ich euch hier nicht nochmal vorzukauen, das könnt ihr hier lesen:

 

Ich und meine Guzzi

2010 kam bei mir die Überlegung auf, mir noch einen Tourer zuzulegen. Die Frage war nur: Was! Das war natürlich auch eine Frage der Finanzen. Ich wollte keinen zehntausende Euro ausgeben und ich benötigte ein Bike, das auch mit meiner Frau und Gepäck noch genügend Power hat uns mit Schmackes über den Highway zu transportieren.

 

So fiel nach 30 jahren meine Wahl wieder auf einen Japaner. Ich kaufte mir eine gebrauchte Kawasaki GTR 1000.

Durch die Vollverkleidung bin ich extrem Wettergeschützt, das Bike hat mit knapp 100 PS ordentlich Zunder auf der Latte und lässt sich prima fahren.

Tja, und ehrlich gesagt, hätte ich nie gedacht, das ich mit nem „Japser“ mal soviel Spass haben könnte. Von dem Bike bin ich bis heute total begeistert. In den ersten 3 Monaten bin ich 10.000 km mit ihr gefahren. Ich war kaum mehr runter zu bekommen und bin es auch heute nicht.. Vor allem fährt man viel entspannter und nach 300 km tun einem nicht die Knochen so weh, wie das bei meiner guten alten Guzzi der Fall ist.

 

Und wer jetzt der Meinung ist, das wäre ein Abstieg, der hat nix verstanden... ;-))

In diesen Jahren kamen Ronnie und ich dann auch mal auf die Idee, uns Indians zu kaufen. Die wollten wir für uns und später dann auch aufkaufen,restaurieren und wieder verkaufen. Eine von tausend Ideen, die wir so hatten. Aber diese eine Idee setzten wir dann zumindest zum Teil um.
Irgendwie hatte Ronnie gehört, in der Türkei gäbe es alte Indians in Massen, die nur rumstanden. Aus dem zweiten Weltkrieg von den Amis dort eingeführt und dann stehenlassen... Oder so ähnlich...
Nun, wir beide nahmen jeder einen Kredit über 10000 DM (die gute alte Mark) auf, kauften uns Tickets und flogen nach Istanbul. Mann, dort trafen wir wirklich alle möglichen Leute, von der türkischen Mafia bis zu der türkischen Polizei, die uns eigentlich für Drogendealer hielt, aber: Keine Indians!
Nach dieser Pleite (und einer trotzdem schönen und ereignisreichen Woche in Istanbul, vielleicht schreib ich ja mal ein Buch) lernten wir einen Händler kennen, der in Containern alte Indians von Argentinien und Brasilien nach Deutschland verschiffte. Bei dem kauften wir dann (den Preis sag ich hier nicht, jedenfalls hat Ronnies Frau uns fast ermordet als sie den hörte...l) eine Indian Scout. Hier ist das Baby:
Ronnie auf der Scout...
...und ich.

Und? Was wurde draus? Nun, man kann es sich denken: Nichts. Und warum? Weil sich das restaurieren immer mehr in die Länge zog, und wir beide, verdammt nochmal, Partyleute und keine Restaurierer waren. Hatten wir Bock, hatten wir keine Zeit, hatten wir Zeit, hatten wir keinen Bock. So einfach. Ausserdem hatten wir ja genug Mobbeds, die liefen und an denen immer was zu schrauben war, siehe die Bilder.

Für wieviel wir die Scout dann wieder verkauft hatten, keine Ahnung, wir waren am Ende aber so Null auf Null rausgekommen. Den Rest der Kohle hatten wir, wie sich das so gehört, ordentlich auf den Kopf gehauen....