
"Luutscher" (das "u" wurde lange ausgesprochen, keine Ahnung ob das so richtig geschreben ist) starb in den 80ern durch einen Motorradunfall mit 19 Jahren.
Ich war zum damaligen Zeitpunkt sehr oft unten in Füssen bei den "Crazy Vultures", Partys feiern usw. Luutscher war damals Prospect, und sollte sich um mich kümmern. Er fuhr mich überall rum und wir hatten ziemlich viel Spass. Er war ein recht unkomplizierter Typ, der immer zu Scherzen aufgelegt war. Sein größter Wunsch war Member bei den Vultures zu werden. Er konzentrierte sich auf den Club, vernachlässigte seine Ausbildung. Sein Vater erzählte uns dies nach seiner Beerdigung. Er verschlechterte sich und wollte seine Ausbildung schmeißen. Er erzählte dies auch einigen Membern der "Crazy Vultures". Diese nahmen ihn dann ins "Gebet", und sagten ihm, er werde wohl nie ein Member werden können, wenn er kein Motorrad mehr hat. Um ein Motorrad finanzieren zu können, aber auch um die Clubmitgliedschaft finanzieren zu können, braucht man Geld. Um Geld zu haben braucht man nen Job. Und um nen Job zu bekommen braucht man ne abgeschlossene Ausbildung. So einfach ist das. Jedenfalls erzählte uns sein Vater, er wäre immer gegen diese "Rocker" gewesen, und ihm passte dieser Umgang überhaupt nicht. Irgendwann stellte er fest, das sein Sohn sich verändert hatte und zwar von heute auf morgen.Er stellte ihn deswegen zur Rede und Luutscher erzählte ihm, was die Jungs aus dem Club mit ihm beredet hatten. Sein Vater erzählte uns das dies der Tag war an dem er seine Einstellung zum Club änderte und auch seine Vorurteile fallen ließ.
Er erzählte diese Geschichte Raschnie und mir, wir beide waren auf der Beerdigung. Irgendwie war das damals total unwirklich, am Abend vor der Beerdigung hatten wir noch ein Fussballspiel gemacht, Crazy Vultures gegen Aloners, und hatten viel Spass,. Das Luutscher nicht mehr da war, wurde uns gar nicht so bewußt. Erst am nächsten Tag, als wir uns der Prozession zum Friedhof anschlossen, Raschnie und ich gingen nicht in die Kirche, weil wir damit nix am Hut haben, und Mulay, Secretary der Crazys, vor mir herlief, und Luutschers Kutte mit dem Vollcolour hinter sich herzog, erst da wurde mir sein Tod richtig bewußt. Der Rest der Beerdigung lief dann irgendwie so an mir vorbei, wie durch einen Schleier, und auf der Feier danach setzte sich Luutschers Vater zu uns an den Tisch, erzählte uns die Geschichte seines Sohnes und das er unheimlich stolz darauf sei, das sein Sohn solche Freunde hatte, die bis aus Frankfurt auf seine Beerdigung kamen.
Ich denke, durch solche Erlebnisse lernt man, sein eigenes Leben nur noch mehr zu geniessen, und so manche "Probleme" mit einem kalten Lächeln von einem abprallen zu lassen. Sollte ich wieder mal nach Füssen kommen, so werde ich sicherlich sein Grab besuchen und mich an so manche Dinge erinnern, die wir so erlebt haben.