in Memory

Am 21. Februar verstarb ein guter, langjähriger Freund von uns. Ralf "Ralle" Blass, von seinen Bous'er Freunden "Der Blasse" genannt, starb während eines Rollenspiels vor den Augen seiner Freunde an einem Herzinfarkt. Er wurde gerade mal 39 Jahre alt.

Wenn ich mich an Ralle erinnere, so habe ich einen Menschen in meinen Gedanken, der eine Ruhe ausstrahlte und bei dem man sich immer freute ihn wiedermal zu sehen. Er war einer von denen, die (mesitens jedenfalls :-) ) als erste kamen und als letzte gingen. Einer, mit dem es Spaß machte sich zu unterhalten, mit dem man ernsthafte wie auch lustige Gespräche führen konnte. Das alles waren Gründe, die Ralle so beliebt machten. Das zeigte sich auch auf seiner letzten Reise in Bous, wo er nun seine letzte Ruhe fand. Viele seiner Freunde kamen um sich von einem prima Freund zu verabschieden, auch wenn diese mehrere hundert km zurücklegen mussten, aber alle waren sich einig: Ralle hat diesen letzte Gruß verdient, und für einen guten Freund ist keine Entfernung zu weit.

Ralle war jahrelang Mitglied Yaromo's. Daher kannte ich Ihn auch hauptsächlich. Als sein Charakter im Spiel gefallen war, war Ralle immer noch passiv dabei. Während dieser Zeit und lange vorher entwickelten wir unseren yaromesischen Trinkspruch, und als die anderen Völker Erkenfara's uns immer öfter fragten, wer denn nun dieser Abdul sei, mit dem wir Sie nächtelang nervten, da erklärte sich Ralle bereit, die Rolle des Abdul zu übernehmen. Bei einer Versammlung auf dem Hauptplatz Erkenfaras stellten wir der begeisterten Menge nun Ralle als Abdul vor. Was ich damit zeigen möchte, ist, das Ralle ein Mensch war, der immer für einen Spaß zu haben war. Ich selber kann mich an etliche Partys erinnern auf denen wir uns unterhielten und einfach nur Quatsch machten, und richtig Spaß hatten.

Ebenfalls erwähnen möchte ich noch Ralles Mutter, Frau Blass, die sich während Kaffe und Kuchen nach der Beerdigung noch einmal zu uns setzte. Frau Blass erzählte uns, das sie vor einem halben Jahr ihren Mann, vor 4 Wochen ihre Schwester und nun ihren Sohn verloren hatte. Der Schmerz war ihr ins Gesicht geschrieben, aber Sie trug diese schlimmen Schiksalsschläge mit, zumindest äußerer, Fassung, die ich an Ihr sehr bewundert habe. Auch Freunde von Ralle aus Bous lobten Frau Blass als eine immer gut aufgelegte, aufgeschlossene und vor allem vorurteilsfreie Frau. Ich denke, Ralle war in dieser Beziehung ein Abbild von Ihr. Ich wünsche Frau Blass auf alle Fälle für ihr weiteres Leben, trotz der schlimmen Dinge die Sie ertragen musste oder gerade deswegen, alles Liebe und Gute.

Worüber ich nachdenke...

.... ist in so einem Augenblick immer, warum das so passiert. Man sagt, jeder Mensch hat sein Schicksal selber in der Hand. Ralle hatte vor einem Jahr mit Rauchen und Trinken aufgehört, hatte sich in seiner Firma als Informatiker einem riesigen Druck ausgesetzt. Er machte ständig Schulungen, und vielleicht war das der Grund, nämlich der Erfolgsdruck verbunden mit dem körperlichen Stress des Nikotinentzuges sowie den privaten Schicksalsschlägen, Tod von Vater und Tante. All dies summiert ergibt Probleme, die sich nur schwer bewältigen lassen, die sich über Monate hinziehen. Das alles war vielleicht Grund, das sein Herz plötzlich nicht mehr wollte. Man kann nur Mutmaßungen anstellen, das eigentliche Warum aber werden wir nie ergründen können.

.... ist für mich eigentlich keine große Frage. Ralle ist nicht der erste sehr gute Freund, der gestorben ist. Eines ist klar: Jemand, der sein Leben lang ein fröhlicher Mensch war, der gerne gefeiert hat und der auf jeder Party ein gern gesehener Gast war, den sollte man dadurch ehren, das man nicht seinen Tod betrauert, sondern das Leben das er hatte, wenn es auch viel zu kurz war, feiert. So wäre ihm das auch am liebsten gewesen. Das taten wir dann auch, als wir von Ralles Freunden noch in deren Stammkneipe, das Clochard in Bous, eingeladen wurden. Ich weiß nicht, wie viele mal wir auf unseren Freund angestoßen hatten, aber wir hatten einen tollen Abend, und erzählten so manche Geschichte über Ralle und sein Leben. Wir hatten dadurch wieder sehr gute neue Freunde gewonnen, auch wenn wir uns einen besseren Anlass gewünscht hätten. Aber das Leben geht weiter, und es werden auch nach unserem Tod immer noch unendlich viele und geile Partys auf diesem Planeten stattfinden.